ALMANACH - Getreidearten

Der Ursprung der Getreidekulturen liegt ca. 10.000 Jahre zurück und ist mit großer Wahrscheinlichkeit in Zentralasien oder Ostafrika zu suchen. Als Brotgetreide haben nur Weizen und Roggen größere Bedeutung.

Weizen
Beim Weizen wird die Befruchtung durch Selbstbestäubung in der eigenen Blüte hervorgerufen. Heute sind über 12.000 Weizensorten bekannt. Weizen lässt sich sehr gut vermahlen und backen. Die Mahl- und Backfähigkeit ist von den klimatischen Bedingungen während der Reife-, Entwicklungs- und Erntezeit sowie vor allem von der Sorte abhängig. Weizen ist das wichtigste Brotgetreide der Welt. Als Nahrungsmittel wird Weizen allein oder mit anderen Getreiden zu Brot, Gebäck, Müsli, Teigwaren, Keimöl und Branntwein verarbeitet.

Roggen
Roggen ist ein Windbestäuber. Dadurch wird die Reinhaltung einer Sorte sehr erschwert. Außer als Brotgetreide wird Roggen auch in erheblichen Mengen als Futtergetreide angebaut. Der Anbau von Roggen ergibt generell einen geringeren Ertrag als bei anderen Getreidesorten.
Das Roggeneiweiß bildet keinen Kleber aus wie beim Weizen, somit sind Brotteige aus Roggenmehl schwieriger zu verarbeiten. Daher müssen Roggenteige gesäuert werden. Roggenbrot einen herzhaften, aromatischen Geschmack, ist länger haltbar und hat eine gute Schnittfestigkeit infolge geringerer Neigung zum Altbackenwerden. Als Nahrungsmittel wird Roggen zu Brot, Gebäck, Müsli, Teigwaren und Branntwein verarbeitet. Roggenmehle backen schlechter als Weizenmehle.
 
Hafer
Hafer unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Getreidearten durch die Form seines Fruchtstandes, der Rispe. Hafer ist in seinen Ansprüchen an Klima und Boden sehr genügsam und daher sehr verbreitet. Er braucht aber viel Feuchtigkeit. Hafer wird als Futtergetreide sowie zur Nährmittelherstellung verwendet (Haferflocken, -grieß, -mark, -grütze, -mehl). Hafererzeugnisse sind sehr gut verdaulich und für die Jungtieraufzucht sowie als Kinder- und Krankennahrung besonders wertvoll. Zur Brotherstellung ist Hafer ungeeignet.
 
Hirse
Hirse zählt in Nordafrika und Asien heute noch zu den wichtigsten Getreidearten in der menschlichen Ernährung. In der Vollwerternährung wird Hirse als hochwertiges Getreide geschätzt. Aus Hirsemehl werden zum Beispiel Breie und Backwaren hergestellt.
 
Gerste
Gerste ist die Getreideart mit der kürzesten Wachstumszeit und zählte deshalb früher in arktischen Gebieten teilweise als Brotgetreide. Reines Gerstenbrot neigt zur Rissbildung und zum Krümeligwerden. Hauptverwendung findet die Gerste zum Brauen und als Futtermittel, ferner zur Herstellung von Malzmehl, daneben zur Herstellung von Graupen, Grützen und Ersatzkaffee.
 
Mais
Mais hat einen guten Futterwert und bietet dem Bauern unter günstigen Bedingungen hohe Erträge. Zur Brotherstellung wird Mais kaum verwendet. Vor allem in Südosteuropa und in Mexiko wird aus Maisgrieß die tägliche Hauptspeise zubereitet. In Form von Cornflakes wird Mais heute weltweit verzehrt. Aus den Maiskeimen wird Öl gewonnen, ferner wird aus Mais Stärke und Trauben- bzw. Fruchtzucker hergestellt.
 
Reis
Die Hälfte der Menschheit ernährt sich schon seit Jahrtausenden von Reis. Reis ist die Brei- und Getreidepflanze des ganzen südlichen Asiens. Reis ist die eiweißärmste und stärkereichste Getreideart, leicht verdaulich und - neben Mais - mit den höchsten Erträgen.
 
Buchweizen
Buchweizen zählt eigentlich nicht zu den Getreidesorten. Trotz seiner Anspruchslosigkeit in Bezug auf den Boden und seines raschen Wachstums wird er kaum noch angebaut. Grund sind schlechte Erträge, eine wertlose Schale, eine schlechte Trennung der Samenhaut vom Mehlkörper und eine schlechte Backfähigkeit des Mehles. Verwendung findet Buchweizen als Spezialitäten- und Diätnahrung.
 
Dinkel
Dinkel ist ein Urgetreide, das schon von den Kelten und alten Ägyptern angebaut wurde. Auch Spelt genannt und eine Kreuzung aus Emmer und Zwergweizen. Dinkel ist äußerst nahrhaft und gut verdaulich, hat viel Rohprotein und einen hohen Anteil von Klebereiweiß. So lässt sich Dinkel gut verbacken. Dinkel hat die gleichen guten Backeigenschaften wie Weizen und ein feines nussartiges Aroma. Auf Grund der hohen Ansprüche an den Ackerboden ist das Korn beinahe in Vergessenheit geraten ist. Erst durch die Favorisierung in der Naturkost  wurde Dinkel wieder entdeckt.
Die durch Milchreife gedörrten Körner heißen Grünkern und dienen als Grundlage für vielerlei vegetarische Gerichte (z.B. Grünkern-Bratlinge etc.).

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